Salmonellose (Paratyphus)

Diese Krankheit kommt bei der Katze nicht sehr häufig vor. Ob sich das Kätzchen infiziert, hängt von der Umgebung, in der es lebt, und von seinen Lebens- und Eßgewohnheiten ab. Es gibt unterschiedliche Erregertypen, darunter auch solche, die Menschen und Katzen befallen. Fachleute bezeichnen diese Erreger als „Serotypen". Da Katzen dagegen recht resistent sind, tritt diese Krankheit meistens in Verbindung mit anderen Infektionen auf. Durch die neue Infektion wird die Widerstandsfähigkeit des Tierorganismus herabgesetzt, wodurch die Erreger der Salmonellose krankmachend reagieren. Auslöser dieser ernstzunehmenden Infektionskrankheit sind Bakterien, die in Nagetieren und Geflügel vorkommen. Die Bezeichnung „Salmonellen" ist der Gattungsbegriff für die bestimmte Art von Bakterien. Hierzu möchten wir bemerken, dass für die Katze nicht alle Bakterienarten krankheitsauslösend sind. Die Salmonellen setzen sich in der Darmschleimhaut fest und entfalten dort ihre vernichtende Wirkung.

Übertragen wird die Salmonellose durch Schmierinfektion von Katze zu Katze. Der hochgradig infizierte Katzenkot, der praktisch überall hin verschleppt werden kann und an dem Katzen eben mal schnuppern, steckt unser Kätzchen an. Die Tiere können sich aber auch an verseuchtem Futter und infizierten Getränken anstecken. Hier denken wir an Wasser, was besonders für freilaufende, wassertrinkende Katzen, die ihren Bedarf aus einem Rinnsal oder Flüsschen decken, in Frage kommt. Aber auch der Verzehr von Ratten, Mäusen, Vögeln und Geflügel ist eine Infektionsquelle. Die Inkubationszeit lässt sich bei dieser Erkrankung nicht genau nennen. Sie hängt, wie bereits erwähnt, von der Konstitution des Tieres ab. Wir müssen davon ausgehen, dass die Krankheitserreger lange Zelt im Körper des Tieres ruhen können und erst durch die Schwächung des Organismus krankmachend werden. In anderen Fällen treten die ersten Krankheitsanzeichen einige Tage nach dem Genuss infizierten Futters auf.

Je nach Krankheitsform sind die Symptome recht unterschiedlich. Bei der sogenannten latenten oder ruhenden Form werden überhaupt keine Symptome sichtbar. Die Enteritisform, die Entzündungen im Dünndarm hervorruft, beginnt mit heftigen Durchfällen und Erbrechen. Die septikämische Form, die Vergiftungserscheinungen auslöst, geht mit hohem Fieber einher. Eine Isolation ist erforderlich, da die Ausscheidungen der erkrankten Katze ansteckend sind. Du solltest stets alles abwaschen und desinfizieren. Daher sollten Katzen auch nicht auf Kinderspielplätze gelassen werden. An Folgeschäden können Gelbsucht, Bauchfellentzündung und andere Organschädigungen auftreten.

Den besten Schutz vor dieser Infektionskrankheit kannst Du durch prophylaktische Maßnahmen erreichen. Sorge dafür, dass die Katze nicht zu viele Mäuse verzehrt und mache ihr den Zugang zu Gebieten schwer, die von Ratten und Mäusen verseucht sind. Erziehe Deine Mieze so, dass sie sich nicht an Vögeln oder Geflügel zu schaffen macht. Verwehre dem Tier den Zutritt zu verschmutzten Wasserstellen. Entferne immer den Katzenkot und desinfiziere die Umgebung der Katze mit 3%iger Cloraminlösung. Diese erhältst Du in der Apotheke. Falls sie nicht vorrätig ist, wird sie Dein Apotheker gern bestellen. Auf diese Art schützt Du Dich und Deine Katze sehr erfolgreich.

Clamydien

Chlamydien sind Kleinstorganismen von unterschiedlicher Größe  Sie sind hochansteckend - auch für den Menschen und haben eine Inkubationszeit von etwa 2 bis 7 Tagen. Die Übertragung erfolgt über eine Tröpfcheninfektion, eine Schmierinfektion oder durch Einatmen von infiziertem Staub. Eine Impfung gegen Chlamydien ist möglich. Der Erreger kann in der Tränenflüssigkeit nachgewiesen werden.

Symtpme: Es beginnt meistens mit Niesen und Husten. Anschwellung der Augen, Nickhautvorfall auf beiden Augen. Schleimig-eitriger Nasenausfluss und Fieber. Kurzatmigkeit, scharfes oder rasselndes Atemgeräusch (Hinweis auf Lungenentzündung)

Bei Verdacht auf Chlamydien muss eine tierärtztliche Untersuchung so rasch als möglich durchgeführt werden, da  diese Erkrankung bei immungeschwächten Tieren innerhalb kürzester Zeit zum Tode führen kann. Bei kranken Tieren findet man ein.

Wird das Tier rechtzeitig dem Tierarzt vorgestellt, besteht die Behandlung in hochdosierten Antibiotika-Gaben,  immunsystemstärkenden Mitteln, Augensalbe und Nasensalbe. Die Heilungsaussichten sind bei raschen Behandlungsbeginn sehr gut. Die Behandlung sollte noch mindestens 2 Wochen nach Abklingen weitergeführt werden, da sich die Chlamydien noch 50 Tage später nachweisen lassen können. Es besteht auch noch immer Ansteckungsgefahr.

Überlebende, unbehandelte Tiere können zu Trägern und Ausscheidern werden und die Krankheit kann zeitlebens bestehen bleiben.

Gefahr für den Menschen
Die Erkrankung beim Menschen ist besser bekannt unter dem Namen: Psittakose oder Papageienerkrankung.
Bei einer infektiösen Katze besteht auch Gefahr für den Besitzer. Absolute Hygiene ist angesagt.
Die Inkubationszeit beim Menschen beträgt 6 bis 20 Tage. Der Beginn ist uncharakteristisch: Gliederschmerzen, regelmäßig starker Stirn- und Kopfschmerz, Kreuzschmerzen und Fieber über 39 Grad C. Erst nach 5 Tagen tritt dann ein stark verlangsamter Herzschlag auf und im Lungenröntgenbild kann man dann den charakteristischen Befund sichern. Jetzt kommt es auch zur Schlaflosigkeit, Benommenheit, Unruhe.
Nach etwa 3 Wochen treten die ersten Zeichen von Kreislaufschwäche auf und es kommt zur Herzmuskelschädigung. Das Blutbild ist typisch verändert. Die Prognose ist bei zu spät beginnender Behandlung sehr schlecht. Bei überstandener Erkrankung besteht Immunität über viele Jahre hinweg.

Tollwut

Wie andere Haustiere sind auch Katzen mit Freilauf Tollwut gefährdet. Nachgewiesene Tollwutfälle sind bei Katzen 2 bis 3 mal so häufig wie bei Hunden. Die Tollwut wird hauptsächlich durch Füchse, aber auch durch andere Wildtiere übertragen. Tollwut zählt zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten bei Mensch und Tier. Sie ist unheilbar. Wegen der starken Gefährdung für den Menschen sind Heilungsversuche bei betroffenen Tieren verboten. Das Virus befällt bei infizierten Tieren das Gehirn und ruft Verhaltensänderungen, Agressivität, Beißwut, Raserei und schließlich, unter Lähmungserscheinungen, den Tod hervor. Es gibt aber auch die "stille Wut", bei der der Angriffstrieb fehlt. Weil das Virus mit dem Speichel ausgeschieden wird, sind vor allem Bisse infizierter Tiere gefährlich. Falls der Verdacht besteht, dass die Katze Kontakt zu einem tollwutkranken Tier hatte, muss man sofort einen Tierarzt aufsuchen. Für das weitere Vorgehen ist dann maßgeblich, ob die Katze eine gültige Impfung aufweist. Die Impfung muss mindestens 4 Wochen und darf höchstens 1 Jahr zurückliegen. An Tollwut erkrankte Tiere müssen getötet werden.

Impfung

Erstimpfung:                          12. bis 14. Lebenswoche

Wiederholungsimpfung:           -

Auffrischung:                         1 x jährlich

Giardien

Bis vor kurzer Zeit hatte ich von Giardien noch nicht viel Ahnung. Ich wusste nur, dass Giardien eine Zoonose sind - also auf den Menschen übertragbar - und nicht zu den einfachsten Parasiten bei der Katze gehören. Und dann bekamen wir die Diagnose bei einer Katze: Giardien-positiv.

Ich suchte im Netz nach Giardien, ich fand einige Informationen, aber nicht genug, um mich damit zufrieden zu geben. Und so habe ich recherchiert und gelesen und mich nun entschlossen Informationen über diesen Parasiten auch anderen interessierten und vielleicht auch betroffenen Katzenbesitzern zur Verfügung zu stellen.

Für mich sind noch viele Fragen offen geblieben - deshalb kann es sein, dass die Informationen noch nicht vollständig sind.

Was sind Giardien?
Die Giardien gehören unter den Einzellern zu der Gattung der Flagellaten (Geißeltierchen) und bilden dort eine eigene Gattung. Flagellaten zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen oder mehrere Kerne sowie Geißeln als Bewegungsorganellen besitzen. Man unterscheidet vegetative Stadien (Trophozoiten) von Dauerformen (Zysten). Giardien sind mikroskopisch kleine Durchfallerreger von birnenförmiger Gestalt.
Giardien besitzen 2 Kerne, 8 Geißeln sowie eine sog. Haftscheibe. Auf der Bauchseite der Trophozoiten befindet sich eine Haftscheibe mit dem sie sich an der Dünndarm- und/oder Dickdarmschleimhaut festhalten können. Sie dringen also nicht in das Gewebe ein, sondern vermehren sich millionenfach auf der Oberfläche der Darmschleimhaut und können diese dadurch auch zerstören. Um andere Lebewesen befallen zu können, umgeben sich jeweils zwei Trophozoiten mit einer schützenden Hülle, zweiteilen sich in vier Kerne und lassen sich als Zyste mit dem Kot nach außen transportieren.

Entwicklung

Man unterscheidet generell zwei Lebensformen. Die erste Lebensform sind die sogenannten Trophozoiten. Sie sind die im Darm von z.B. Katzen lebenden Formen. Aus ihnen entsteht bzw. sie bilden dann die zweite Lebensform - ansteckende Zysten - die mit dem Kot ausgeschieden werden. Werden die Zysten von einer Katze oder einem Mensch oral aufgenommen entstehen im Körper wieder Trophozoiten, welche dann wieder die zweite Lebensform bilden. Ein ständiger Kreislauf ....
Trophozoiten im Darm müssen nicht unbedingt eine Krankheit auslösen. In diesem Fall spricht man von einem "symptomlosen Träger" der Giardien, welcher Zysten ausscheidet, jedoch selbst keine Erkrankungserscheinungen zeigt.
Der Nachweis von Zysten im Kot gelingt erstmals frühestens 5 Tage (-16 Tage) nach der Infektion.

Überlebensfähigkeit der Zysten
Diese Zysten sind in der Aussenwelt über einen Zeitraum von ca. 3-4 Wochen infektiös und werden auf fäkal-oralem Weg auf neue Wirte übertragen. In kaltem Wasser überleben die infektiösen Zysten ca. 2 Monate. Sie sind (leider) auch gegenüber jeglichen Desinfektionsmitteln widerstandsfähig. Giardia-Zysten können in der Aussenwelt nur effektiv mit einem Heißdampfstrahler bekämpft werden, da sie erst ab ca. 70 Grad abgetötet werden können.

Symptome

Meist werden Jungtiere befallen aber auch alte Katzen mit anderen schweren Grundkrankheiten. Aufgrund des entweder noch nicht richtig ausgebildeten Immunsystems oder eines geschwächten Immunsystems sind diese Katzen nicht "stark" genug, die Giardien zu eliminieren. Im Normalfall wird eine Infektion durch das Immunsystem nach wenigen Wochen spontan eliminiert. Lokal produzierte oder durch Muttermilch aufgenommene IgA Antikörper wirken schützend, indem sie die Fähigkeit der Giardien, sich an die Darmschleimhaut zu heften, blockieren. Weiterhin wirken die IgA Antikörper als Zellgift auf die Trophozoiten. Chronische Infektionen findet man oft in Verbindung mit einer Hypogammaglobulinämie (Gammaglobulinmangel im Blut - feststellbar durch Serumelektrophorese).

Falsche Ernährung der Katzen, wie z.B. kohlenhydratreiches Futter (und hierzu zählen alle Trockenfuttersorten) mit Veränderungen der Darmflora begünstigen die Krankheit, die durch akuten oder chronischen mit wechselweise auftretendem dünnflüssigem bis breiigem - mitunter auch mit Blut-geflecktem - Durchfall einhergeht. Aber auch Erbrechen bis hin zu Fieber kann die Folge einer Erkrankung sein.

Diagnose

Der Nachweis von Giardien-Trophozoiten ist sehr schwer. Der Nachweis kann nur in ganz frischem Durchfallkot oder aus einer Spülprobe direkt aus dem Darm erfolgen. Die Trophozoiten sterben an der Luft innerhalb weniger Minuten. Deshalb ist der Nachweis von Trophozoiten mittels des zur Verfügung stehenden Testverfahrens heute nicht mehr anzuraten.

Der Giardien-Zysten-Nachweis gelingt etwas einfacher. Allerdings werden die Zysten nicht regelmäßig ausgeschieden, so dass man für diese Art des Nachweises mindestens den Kot pro Katze von 5-7 Tagen sammeln sollte. Es gibt zwei Testverfahren die Zysten im Kot nachzuweisen: Die Anreicherung durch Flotation mit dem MIFC-Verfahren oder der indirekte Antigennachweis (der jedoch wesentlich teurer ist und ca. 20-25 Euro kostet). In beiden Fällen muss beachtet werden, dass die Zystenausscheidung erst 2-3 Tage nach Diarrhoebeginn erfolgt.

Lange Zeit wurde der Antigennachweis aus Kostengründen nicht durchgeführt, jedoch findet er heute in den deutschen Laboren immer öfter Verwendung, weil er die sicherste Methode darstellt, Zystem im Kot nachzuweisen. Mit dem ELISA-Antigennachweis können selbst geringe Befallsraten ermittelt werden. Der Test basiert auf den Grundlagen eines Antigen-‚Capture‘-ELISA und dient dem Nachweis von Giardia-spezifischem Antigen in Kotproben. Ist der ELISA-Antigen-Test positiv ist der Befall als sicher anzusehen.

Nach der Giardien-Behandlung sollte erneut ein Test erfolgen. Wird der ELISA-Antigentest verwendet sollte ein erneuter Test erst 4 Wochen nach der Behandlung durchgeführt werden, da der Antigentest nicht zwischen toten und lebenden Zysten unterscheiden kann. Laboklin äussert sich hierzu wie folgt:

Im Antigentest werden Giardien selbst nachgewiesen (bzw. ihre Bruchstücke, dazu müssen Giardien selbst aber vorhanden gewesen sein). Da eine Behandlung die Giardien nicht auflöst sondern sie abtötet können Bruchstücke - auch von toten Giardien - noch ausgeschieden werden.

Therapie

Grundsätzlich und für alle Medikamente gilt: Alle Katzen und ggfs. weitere Tiere im Haushalt (z.B. Hunde) müssen mitbehandelt werden. Die Ansteckungsgefahr bei Giardien darf niemals unterschätzt werden! Und man darf auch nicht vergessen: Giardien gehören zu den Zoonosen und können auch beim Menschen schwere Krankheitsverläufe auslösen. Eine Reinfektion von Mensch zu Tier und von Tier zu Mensch ist leicht möglich.